|
Ist die Schwemmsandplatte (der angespülte Sand) über MTHW aufgewachsen, bleibt der Sand auch bei Hochwasser trocken und kann dann mit dem Wind transportiert werden. Es entsteht Sandflug (Sandtransport an Land durch Wind). Der verwehte Sand sammelt sich im Windschatten von Hindernissen wie Muscheln, kleinen Holzstücken, Treibgut oder Pflanzen etc. und bildet Sandfahnen. Erste kleinste Dünen, die Embryonaldünen, entstehen. Ein parallel dazu stattfindender Prozess ist das Aufwachsen der Sandplatte bei höheren Überflutungen. Dabei werden Schichtpakete von Sand abgelagert. Natürlich hängt das immer von den Gesamtbedingungen der höheren Überflutungen ab. Sturmfluten können z. B. auch durchaus bereits aufgeschwemmtes Material wieder mitreißen. Bei den bisher genannten Vorgängen handelt es sich um physik-geographische Prozesse. Diese allein würden zur Dünenbildung nicht ausreichen. Die organische Dünenbildung (durch Pflanzen) ist elementarer Bestandteil der Ostfriesischen Düneninselbildung. Damit sind die engen Wechselwirkungen zwischen Vegetation und Dünenbildung gemeint. Erst wenn Samen bestimmter Gräser und Kräuter durch Anschwemmung, Wind oder Vögel auf die höhere Sandplatte gebracht werden und diese aufgehen, können mit den wachsenden Pflanzen Dünen entstehen, die Beständigkeit haben. Dabei ist die Strandquecke (Dünenquecke, Dünenweizen, Strandweizen) primärer Besiedler (Pionierpflanze). Sie bildet kleine Horste und hält den Boden fest. In ihrem Windschatten fängt sich Sand und allmählich wachsen Vordünen / Primärdünen auf maximal 2 - 3 m Höhe auf. Der angewehte Sand deckt die Pflanzen allmählich zu, wodurch diese den Reiz bekommen, weiter zu wachsen. Da
der oberirdische Teil der Strandquecke im Winter abstirbt, findet durch sie
keine dauerhafte Dünenfestlegung statt. Die Ansiedlung des Strandhafers wird
dann durch die Höhe der Vordüne ermöglicht. Der Strandhafer bildet dichte
Horste und unterirdische Ausläufer von 10 m, die den Sand durchwurzeln und
die Düne festigen und weiter aufwachsen lassen. So entstehen die 10 bis 20
m hohen Weißdünen, die wegen des lückenhaften Bewuchses und des noch gut sichtbaren
hellen Sandes diesen Namen tragen. Meist liegen sie parallel zum Strand und
verlaufen in Wällen. |