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Düneninseln - Kinder des Windes
-geschaffen von Meer, Wind und Vegetation -


Da wo heute die Ostfriesischen Inseln liegen, war in der Erdneuzeit (vor etwa 1,8 Mio. Jahren) ein zusammenhängender Geestrücken. Dieser hatte 7 Täler, in die das Meer ca. 5500 v. Chr. eindrang. Die früheren Ostfriesischen Inseln hatten wie die heutigen Nordfriesischen Inseln Geestkerne, d.h. Stücke vom Festland, die mit steigenden Meeresspiegel abgetrennt wurden. Diese Geestkerninseln "ertranken" in der Erdneuzeit (vor etwa 2500 bis 500 Jahren).

Möglicherweise haben damals Marschreste am zerstörten Wattrand als Ansatzpunkt für die Bildung von Sandplatten gedient. Sie haben aber wohl mit der Gestalt der heutigen Inseln kaum etwas zu tun.

Die heutigen Ostfriesischen Inseln sind Neubildungen, unabhängig vom alten Festlandgrund. Sie entstanden allein durch marine Morphodynamik etwa zwischen 500 und 1000 n.Chr.

Warum entstehen im Ostfriesischen Watt Düneninseln?

Am Wattrand werden Flut- und Ebbestrom gebrochen und es kommt zur Ablagerung von mitgeführten Sinkstoffen/Sedimenten. Der Sand gelangt mit der Brandung bei entsprechendem Wellengang an den Strand bzw. wird zu Sandplatten aufgeworfen, die Fundamente der Inselbildung.

Ist die Schwemmsandplatte (der angespülte Sand) über MTHW aufgewachsen, bleibt der Sand auch bei Hochwasser trocken und kann dann mit dem Wind transportiert werden. Es entsteht Sandflug (Sandtransport an Land durch Wind). Der verwehte Sand sammelt sich im Windschatten von Hindernissen wie Muscheln, kleinen Holzstücken, Treibgut oder Pflanzen etc. und bildet Sandfahnen.

Erste kleinste Dünen, die Embryonaldünen, entstehen. Ein parallel dazu stattfindender Prozess ist das Aufwachsen der Sandplatte bei höheren Überflutungen. Dabei werden Schichtpakete von Sand abgelagert. Natürlich hängt das immer von den Gesamtbedingungen der höheren Überflutungen ab. Sturmfluten können z. B. auch durchaus bereits aufgeschwemmtes Material wieder mitreißen.

Bei den bisher genannten Vorgängen handelt es sich um physik-geographische Prozesse. Diese allein würden zur Dünenbildung nicht ausreichen. Die organische Dünenbildung (durch Pflanzen) ist elementarer Bestandteil der Ostfriesischen Düneninselbildung. Damit sind die engen Wechselwirkungen zwischen Vegetation und Dünenbildung gemeint. Erst wenn Samen bestimmter Gräser und Kräuter durch Anschwemmung, Wind oder Vögel auf die höhere Sandplatte gebracht werden und diese aufgehen, können mit den wachsenden Pflanzen Dünen entstehen, die Beständigkeit haben.

Dabei ist die Strandquecke (Dünenquecke, Dünenweizen, Strandweizen) primärer Besiedler (Pionierpflanze). Sie bildet kleine Horste und hält den Boden fest. In ihrem Windschatten fängt sich Sand und allmählich wachsen Vordünen / Primärdünen auf maximal 2 - 3 m Höhe auf. Der angewehte Sand deckt die Pflanzen allmählich zu, wodurch diese den Reiz bekommen, weiter zu wachsen.

Da der oberirdische Teil der Strandquecke im Winter abstirbt, findet durch sie keine dauerhafte Dünenfestlegung statt. Die Ansiedlung des Strandhafers wird dann durch die Höhe der Vordüne ermöglicht. Der Strandhafer bildet dichte Horste und unterirdische Ausläufer von 10 m, die den Sand durchwurzeln und die Düne festigen und weiter aufwachsen lassen. So entstehen die 10 bis 20 m hohen Weißdünen, die wegen des lückenhaften Bewuchses und des noch gut sichtbaren hellen Sandes diesen Namen tragen. Meist liegen sie parallel zum Strand und verlaufen in Wällen.

Die starke Dynamik im Bereich der Ostfriesischen Inseln führt zu einem steten Wechselspiel zwischen Abbruch und Aufbau. Diese starke Ostverlagerung ist anhand der Insel Spiekeroog anschaulich dargestellt. Die Kirche (Kreuz) dient dabei als Fixpunkt und als lagestabiler Vergleichspunkt zu den Inselumrissen. Die Südwanderung beträgt rund 1-2 km in etwa 1000 - 2000 Jahren.

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